Die Eingabemaske

Es wurde eine Erfassungsmaske von 40 Feldern entwickelt, die für jeden Totenzettel Verwendung fand. Die Erfassungsmaske wurde freilich durchwegs nur jeweils zu einem Teil mit Informationen gefüllt, weil die Totenzettel nie alle abfragbaren Daten enthielten, sondern stets immer nur einen Teil davon. Die einzelnen Datenfelder sollen im nachfolgenden beschrieben und erläutert werden. Die Reihenfolge der Beschreibungen orientiert sich am Aufbau der Eingabemaske.

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Daten zum Verstorbenen Daten zu den Verwandten Daten zum Totenzettel
Name Name 1. Verwandter Signatur
Namensformen Namensformen 1. Verwandter Ort der Druckerei
Geburtsdatum Verwandtschaftsgrad 1. Verwandter Name der Druckerei
Todesdatum Berufssparte 1. Verwandter Format
Beerdigungsdatum Weitere persönliche Angaben des 1. Verwandten Illustrationen
Dauer der Lebenszeit Name 2. Verwandter Textsprache
Dauer Ehestand Namensformen 2. Verwandter Beschädigungen
Dauer Witwenstand Verwandtschaftsgrad 2. Verwandter Eigentümer
Todesursache Berufssparte 2. Verwandter URL des Bildes
Stand des/der Verstorbenen Weitere persönliche Angaben des 2. Verwandten Bildangaben
Berufs- und Alterssparten Weitere Verwandte Sonstige Angaben
Beruf/Ehrentitel    
Geburtsort    
Sterbeort    
Trauergottesdienst    
Weitere persönliche Angaben    
Künstlernamen    
Lebenslauf    

1. Signatur:
Jeder Totenzettel erhielt eine individuelle Signatur. Sie wurde mit Bleistift auf seiner Rückseite angebracht und steht neben dem Provenienzstempel. Mehrfachfertigungen wurden hinter der Signatur mit dem in Klammer gesetzten Hinweis z. B. "(2. Exemplar)" versehen. Alle Signaturen beginnen mit "63/T", eine Zuordnungsnummer (Lokal- und Bestandsgruppenkennzeichen) der Universitätsbibliothek Würzburg. Dann folgt eine Nummer, welche mit der Nummer der Verwahrkassette bzw. des Aktenordners übereinstimmt, anschließend folgen ein Punkt und die laufende Nummer in der jeweiligen Kassette. Die Kassetten Nummer 1 bis 14 gehören den Freunden Mainfränkischer Kunst und Geschichte, die Kassetten Nummer 15 bis 17 bilden den Bestand der Universitätsbibliothek Würzburg. Die Originale der Totenzettel des Stadtarchivs Würzburg befinden sich dort in den jeweiligen Personalakten. Diese Originale wurden abgelichtet, auf der Rückseite mit einer Signatur versehen und in drei Aktenordner eingefügt. Die Aktenordner tragen die Nummern 18 bis 20. Sie sind Eigentum des Stadtarchivs Würzburg. Beispiel: Totenzettel mit der Signatur "63/T 8.127" bedeutet, daß der Totenzettel in der Universitätsbibliothek Würzburg in Kassette Nr. 8 (Eigentümer: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte) unter der laufenden Nummer 127 zu finden ist.

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2. Name:
Zunächst findet sich der Familienname des/der Verstorbenen vollständig und ohne Abkürzungen - , gefolgt von dem oder den Vornamen in der Reihenfolge des Totenzettels. War deren Anzahl größer als der zur Verfügung stehende Platz, wird dies durch ein "etc." angedeutet.
Adelsbezeichnungen ("Graf", "Freiherr" o. ä.) wurden nicht mit aufgenommen, soweit sie nicht Bestandteil des Namens waren. Wohl aber wurden vermerkt "von", "zu", "von und zu", "de" und ähnliche Prädikate. Bei Angehörigen aus dem Adel herrschte im übrigen nicht selten eine bemerkenswerte Variationsbreite in der Ausgestaltung des Namens, was zu Kombinationen mittels Bindestrichs oder Hinweisen auf den Adelssitz führen konnte.
Nicht aufgenommen wurden ferner Hinweise auf den Ruhestand des/der Verstorbenen ("quiescierter", "pensionierter", "vormaliger", "a. D.", "i. R." und ähnliches).
Frauen erscheinen unter ihrem Ehenamen. Bei mehreren Ehen unter dem Namen des letzten Ehemannes. Bei Frauen, deren Ehenamen sprachlich in eine weibliche Form verändert wurde (z. B. "Hopf" in "Hopfin", "Schmitt" in "Schmittin") wurde die heute übliche Schreibform gewählt, also "Hopf" oder "Schmitt". Das war in der Regel unproblematisch, weil im Text der hinterbliebene Ehemann mit seinem Namen zu finden war.

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3. Namensformen:
Hier wurde bei Frauen deren Geburtsname einschließlich des/der Vornamen festgehalten, wobei hinsichtlich der Namensgestaltung selbst das zu 1 Gesagte gilt. Bei Adeligen wurden Zusätze wie "Herr zu Mitwitz..." und ähnliche Namenserweiterungen mit aufgenommen. Und bei Klosterangehörigen deren Klosternamen. Dabei steht "P." für "Pater" und "F." für "Frater". Bei Frauen ist der ungekürzte Klostername eingetragen.

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4. Geburtsdatum:
Es ist in der Folge Jahr-Monat-Tag eingetragen (Anmerkung: für die hier vorliegende Online-Version wurde die Darstellung in das übliche Format Tag. Monat Jahr geändert). In nicht wenigen Fällen fehlt es allerdings gänzlich, dafür wird meist das Lebensalter genannt, so daß man das Geburtsjahr errechnen kann. Bisweilen findet sich auf dem Totenzettel auch nur das Geburtsjahr.

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5. Todesdatum:
Wie beim Geburtsdatum gilt auch hier die Eintragfolge: Jahr-Monat-Tag (Anmerkung: auch hier wurde die Darstellung in das übliche Format Tag. Monat Jahr geändert). Bei Geburts- und Todesdaten benützte man bisweilen die deutschen Monatsnamen "Hartung, Hornung, Lenzmonat, Ostermonat usw.". Sie wurden in die heute übliche Monatsnummerierung übertragen. Das gleiche gilt von der Zeitangabe des römischen Kalenders mit Iden, Nonen und Kalenden. Auch hier wurde in das heute übliche System umgerechnet.

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6. Beerdigungsdatum:
Es wurde seit etwa 1840 auf den Totenzetteln vermerkt

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7. Dauer der Lebenszeit:
Sie fehlt meistens dann, wenn Geburts- und Todesdaten angegeben werden. Dies wohl deshalb, weil sie sich ja leicht errechnen läßt. Gleichwohl ist bei den Angaben zur Lebenszeit gelegentlich eine relative Ungenauigkeit gegeben. Das hängt damit zusammen, daß nicht selten nur die Anzahl der Jahre angegeben wird. Monate und Tage fehlen. Die Angaben können sich auch auf Jahre und Monate beschränken. Wurden Wochen genannt, erfolgte eine Umrechnung in Monate und Tage.
Umgerechnet wurden auch Angaben wie "69 Jahre weniger 2 Tage" (= 68 Jahre 11 Monate 29 Tage) oder "60 1/2 Jahre" (= 60 Jahre 6 Monate).
Lautet die Angabe z. B. "33 Jahre und etliche Monate" oder "lebte beinahe 40 Jahre" oder "fast 66 Jahre", mußte auch die Eintragung von Monaten verzichtet werden. Zu finden sind dann nur die (ungenauen) Jahresangaben.
Generell läßt sich sagen, daß in den meisten Fällen die Dauer der Lebenszeit sorgfältig vermerkt wurde, das betrifft insbesondere Angehörige aus dem kirchlichen Bereich und Jugendliche bzw. Kinder.

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8. Dauer Ehestand:
Hier gilt bezüglich der Exaktheit der Zeitangabe das zu Punkt 7 Gesagte. Man ist allerdings oft großzügiger und beschränkt sich auf die Jahre (und Monate). War jemand zweimal verheiratet, fällt auf, daß die Dauer der ersten Ehe oft nur mit einer Jahreszahl beschrieben wird - und nicht noch zusätzlich mit Monaten und Tagen - , während die der zweiten Ehe exakt nach Jahren, Monaten und Tagen festgehalten wird.

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9. Dauer Witwenstand:
War jemand nur einmal verheiratet, bezieht sich der Witwenstand auf die Zeit nach dem Tode des Ehepartners. Bei mehrmaliger Eheschließung liegt die zuerst eingetragene Witwenzeit zwischen erster und zweiter Ehe, die anschließend vermerkte Witwenzeit nach der zweiten Ehe. Wird nur die Dauer der Witwenzeit nach der letzten Ehe mitgeteilt, steht sie bei zwei Ehen an zweiter Position, bei drei Ehen an dritter Position.

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10. Todesursache:
Obgleich die Liste der angegebenen Todesursachen lang ist, verzichten doch zahlreiche Totenzettel auf Hinweise, welche Krankheit den Tod konkret verursacht hat. Dieser Verzicht wird um so häufiger, je näher die Totenzettel an das 20. Jahrhundert heranreichen.
Häufig werden sehr unspezifische Todesursachen angegeben: "kurzes Krankenlager", "längere Krankheit", "langwieriges, schweres Leiden", "längere Krankheit" und ähnliche Formulierungen wurden nicht mit aufgenommen, weil sie keine verwertbare Aussage über eine spezielle Krankheit besitzen. Diese Tendenz ist auch bei jenen Todesursachen festzustellen, die vermeintlich genauer formuliert sind wie "Unterleibskrankheit", "Lungenlähmung", "Fieber" u. ä. Sie wurden gleichwohl festgehalten.
War der/die Verstorbene etwa 60 Jahre oder älter, werden als Todesursachen fast durchwegs angegeben "Altersschwäche" oder "Entkräftung".

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11. Stand des/der Verstorbenen:
Er steht in den wenigsten Fällen expressis verbis auf dem Totenzettel, sondern ergibt sich in der Regel aus den persönlichen Umständen des/der Verstorbenen. Bezeichneten die Totenzettel den/die Verstorbene(n) als "Jungfrau", "Fräulein", "Freifräulein", "Freiin", "Jüngling" oder "Schüler". wurde als Personenstand "ledig" eingetragen. Das gilt gleichermaßen für alle Angehörigen der Kirche von Priestern (auch im Ausbildungsstadium oder im Professorenrang) bis zu den Klosterinsassen und Ordensangehörigen.
Wurde die Dauer der Ehe mitgeteilt und keine Angaben über eine Witwenzeit gemacht, wurde der Status "verheiratet" auch für den Tag des Todes angenommen und entsprechend eingetragen. Auf manchen Totenzetteln wurde die Verstorbene z. B. als "Kaufmannswitwe" o. ä. tituliert, so daß sich ihr Status aus dieser Bezeichnung ergab.

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12. Berufs- und Alterssparten:
Für die Berufe wurden 16 Berufssparten gebildet, um bei Recherchen bessere Suchmöglichkeiten anzubieten. Daneben boten sich 2 Alterssparten (Kind/Jugendlicher bzw. Student) an. Jeder Person konnten maximal zwei Sparten zugeordnet werden. Diese Möglichkeit wurde in der Regel wahrgenommen. Zuordnungsprobleme ließen sich dabei allerdings nicht ganz vermeiden, so daß es sich empfiehlt, im Zweifel in mehreren Berufssparten zu suchen. War jemand beispielsweise Professor für Medizin an der Universität, böten sich als Berufssparten "Lehre" und "Medizin" an. Ein Maurermeister könnte unter "Handwerk" und "Bauwesen" gesucht werden oder ein Frisör kann unter "Handwerk" oder "Handel und Gewerbe" (wenn er ein Frisörgeschäft betrieb) zu finden sein. Kämen für jemanden drei Berufssparten in Frage (z. B. ein Apotheker war auch Stadtrat und Lieutenant der Landwehr, so daß "Medizin", "Verwaltung/Rechtspflege" sowie "Militär" zu nennen gewesen wären), mußte auf die Angabe der dritten Berufsgruppe verzichtet werden. Die nachfolgenden Berufe sind lediglich als Beispiele aufgeführt, die Nennung ist keineswegs abschließend.
a) Bauwesen:
Verzeichnet wurden Berufe mit Ausrichtung auf die Bautechnik und Bauverwaltung: vom Maurer- und Baumeister bis zum Architekten und Professor der Baukunst, vom Stadtbaugeschworenen, dem Stadtbauamtsdiener oder -aktuar und Hofbauamtsverwalter über den Bauamtmann zum Regierungs-, Kreis- oder Oberbaurat und vom Dombaumeister zum Bergmeister und -verwalter sowie zum Salineninspektor und Bezirksgeometer.
b) Dienstleister:
Viele der hier Genannten verrichteten praktische Arbeiten einfacherer Art. Sie waren Diener der verschiedensten Einrichtungen, Pedell, Hausverwalter, Haushaltshilfe, Oberknecht, Portier, Pförtner oder Kofferträger. Sie hatten als Fuhrmann, Leibvorreiter, Lohnkutscher, Lampenfüller, Fabrikarbeiter, Taglöhner, (Schub)- Kärrner, Weinbergsaufseher, Türmer, Schiffmann, Reisewagenmeister oder Gärtner ihr Auskommen. Sie arbeiteten als Koch (Garkoch, Mundkoch, Hofkoch), Kücheninspektor oder -meister, Garderobenverwalter, Fourier, Traiteur oder Speiser.
c) Handel und Gewerbe:
Dieser Berufssparte unterfällt jeder, der ein Geschäft betrieb oder gewerblich etwas produzierte, vom Höchner (oder Högner) bis zum (Groß)handelskaufmann jeglicher Richtung, vom Fabrikanten bis zum Bankoberbeamten und Bankier. Institutsvorsteher und Inhaber eines Lottobüros stehen neben Gastwirt, Restaurateur, Cafetier (Caffeewirt, Kaffeesieder) und Güterbestätter (= Fuhrunternehmer). Holzunterkäufer und Juweliere sind ebenso vertreten wie Kommissionäre, Partikuliere und Posthalter. Auch Pächter verschiedenster Lokalitäten (Kureinrichtungen, Schweizerei) sind zu finden oder Besitzer einer Mühle, Brauerei, Buchdruckerei oder Schifferei.
d) Handwerk:
Man findet in dieser Sparte diejenigen Personen, die handwerklich tätig waren, also auch solche, für die keine handwerkliche Ausbildung im strengen Sinne erforderlich war. Der Kreis ist demzufolge weitaus größer als etwa jener, den heute die Handwerksordnung umfaßt. Zunächst wurden erfaßt alle klassischen Handwerksberufe vom Müllermeister und dem Sattlermeister bis zum Schneidermeister. Weitaus seltener kamen der Großuhrmacher, Hofbortenmeister bzw. -wirker, Wurstler, Pastetenbäcker, Knopfmachermeister und Kammmachermeister vor. Konditor, Gerber und Wachsbleicher stehen neben Goldund Silberarbeiter, Posamentierer und Altmacher neben Tuchscherer, Spiegelbelegmeister und Dekateur, Stück- (oder Zinn-) gießer und Siebmacher neben Schlauchverfertiger, Lithograph und Instrumentenbauer. Aber selbstverständlich bilden die klassischen Handwerksberufe wie es sie früher gab (und heute teilweise nicht mehr gibt) den Schwerpunkt.
e) Hofdienst:
Nur wenige Personen waren beispielsweise als Palastdame, Oberhofmeisterin oder auch Beschließerin am Hofe tätig.
f) Kind/Jugendliche(r):
Vermerkt wurden Verstorbene bis zu einem Alter von 21 Jahren; dies aber nur dann, wenn nicht bereits eine Berufsbezeichnung (z. B. Müllergehilfe) angegeben war; diese hatte Vorrang. Die Sparte blieb auch unerwähnt, wenn der oder die unter 21 Jahren Verstorbene bereits verheiratet war. War keine Altersangabe festzustellen, tauchte aber die Bezeichnung "Schüler" auf, erfolgte eine entsprechende Zuordnung.
g) Kirche:
Die Berufssparte umfaßt nicht nur die Geistlichen in ihrer seelsorgerischen Tätigkeit, sondern auch in der kirchlichen Verwaltung, wobei letztere nochmals in der Berufssparte Verwaltung/Rechtspflege aufgeführt sind. Der Bogen spannt sich also vom Alumnus über den Kaplan, Kooperator und Frühmesser bis zum päpstlichen Hausprälaten, Protonotar oder (Titular)-Bischof, vom Vikar zum Ordinariatsrat und Mitglied unterschiedlicher kirchlicher Einrichtungen, vom Regens des Priesterseminars zum Theologieprofessor oder auch zum protestantischen Stadtpfarrer. Auch das Umfeld wie z. B. der (Ober)-Kirchner ist mit einbezogen. Daneben stehen die Angehörigen von Klöstern und religiösen Gemeinschaften in ihrer jeweiligen Position: von der Chorschwester bis zur Oberin, vom Laienbruder über den Pater zum Prior, Propst oder Abt.
h) Landwirtschaft:
Wer immer ein (Ritter)-Gutsbesitzer war oder als Ökonom firmierte, ist hier zu finden. Bei ihnen konnte der Häcker Arbeit finden.
i) Lehre:
Eintragungsmerkmal bildete die lehrende Tätigkeit des Verstorbenen an schulischen Einrichtungen oder an der Universität (vom Assistenten zum Ordinarius); auch die Erzieherin, die Industrielehrerin, der Universitätslektor, der Kalligraph und der Repetitor sind aufgenommen.
j) Medizin:
Schwerpunkt bilden selbstverständlich die Ärzte, vom Kandidaten der Medizin über den praktischen Arzt bis zum Universitätsprofessor der verschiedensten medizinischen Disziplinen. Verzeichnet sind aber auch der Magister der Chirurgie, der Stadt- Hof- und Zentchirurg, der Hofbarbier, der Stadtwundarzt und Leibarzt. Distriktsphysikus, Bezirksgerichtsarzt und Medizinalrat. Hebammenlehrer und Geburtshelfer, Zahn- und Tierarzt, Bataillons- oder Regimentsarzt, Garnisonschirurg und Feldscherer, Badearzt und Brunnenarzt; schließlich der (Hof)-Apotheker (Pharmazeut) und Verfertiger chirurgischer Instrumente.
k) Militär:
Alle militärischen Rangstufen vom einjährigen Freiwilligen und Kadettenschüler über den Kapitän und den Stadt- und Festungskommandanten bis zum kommandierenden General eines Armeekorps sind zu finden. Auch die Militärverwaltung ist vertreten (Kasernenverwalter, -hausmeister oder Quartiermeister und Garnisonsverwaltungsdirektor) und die Militärmedizin (Stabsarzt, Regimentschirurg, Bataillonsarzt, Feldscherer, Militärkrankenhausinspektor). Für die Militärjustiz stehen der Profoss und der Stabsauditor bzw. Militärstaatsanwalt. Das Mitglied der Landwehr wurde ebenso vermerkt wie der Veteran oder der Reservist.
l) Musik:
Die Berufssparte umfaßt aktive Musiker der verschiedensten Disziplinen, Komponisten und die Hersteller von Musikinstrumenten (Orgel, Pianoforte). Dabei reicht der Bogen vom Stadttürmer und Hofmusikus/ -trompeter zum Organisten und Kapellmeister. Chormusik ist ebenso vertreten wie Sologesang und Musiklehre.
m) Parlament:
Hier finden sich Mitglieder des Reichstags, des Bayer. Landtags (erbl. Reichsrat der Krone Bayerns, Deputierter der 2. Kammer der Ständeversammlung, Landtagsabgeordneter) und des unterfränkischen Landraths (heute Bezirk) sowie Minister.
n) Sonstiges:
Schwerpunkte dieser Sparte sind die Privatiers bzw. Privatièren und die Mitglieder verschiedener weltlicher Orden und Stifte (Sternkreuz-Ordensdame, Stiftsdame des St. Anna-Stifts, Pröpstin zu Waizenbach, Ehrendame des bayerischen Theresien- Ordens). Auch die Vertreter der bildenden Kunst wurden hier eingeordnet (Landschafts- und Schlachtenmaler, Miniatur-, Historien- und Kunstmaler, Bildhauer). sowie die Schriftsteller und Literaten.
o) Student:
Diese zweite Alterssparte weist auf Personen hin, die während eines Studiums an einer Hochschule verstorben sind wie der Kandidat der Medizin oder Rechtswissenschaft usw., der Magister der freien Künste, der absolvierte Pharmazeut oder der Lizentiat.
p) Technik/Verkehr:
Vor allen Dingen die Eisenbahn und der Schiffsverkehr sind vertreten, vom Wagenwärter und Eisenbahnassistenten bis zum Eisenbahnexpeditor, -kondukteur und -spezialkassier; aber auch der Maschinist, Ingenieur und Techniker sowie der Telegraphenoffizial und Schifffahrtskapitän treten auf.
q) Verwaltung/Rechtspflege:
Sie ist die weitaus umfangreichste Berufssparte. Eine Trennung von Verwaltung und Rechtspflege erwies sich als nicht sinnvoll, weil diese erst 1862 durchgeführt wurde. So wurde nahezu alles, was eine Tätigkeit im öffentlichen Bereich umfaßt und was in der Militär- sowie Kirchenverwaltung angesiedelt war, hier eingeordnet. Von der Verwaltung und Rechtsprechung im heute verstandenen Sinn bis zum Zoll (Oberzollbeamter, Zöllner, Torexaminator, Brückenzolleinnehmer, Guldenzollverwalter), der Finanzverwaltung (Kassier, Schatzungsobereinnehmer, Wirtschaftsaccisnachgeher, Umgeld- und Aufschlagseinnehmer, Stadtkämmerer, Obertaxator), der Polizei (Polizeikommissär, -direktor), der Post (Oberpostamtsdirektor und -offizial, Briefträger, Postoberpacker, Postmeister, Postamtsverwalter) und der Salinenverwaltung (Ober-Salzbeamter, Hallamtsassistent, Salineninspektor und -kassier) reicht der Bogen. Sämtliche Beförderungsstufen der klassischen Verwaltung sind vertreten: vom Diurnist und Aktuar zum Gegenschreiber, Kanzlisten, Skribenten, Buchhalter und Expeditor. Die oberen Stellen enden beim Hof- und Staatsrat, beim Generalkonsul und Gesandten; Viertelmeister, Magistrats- oder Stadtrat, Distriktsvorsteher und (Ober)-Bürgermeister stehen für das Interesse der Bürger an ihrer Stadt; Notar, Advokat, Rechtsanwalt, Syndikus, Prokurator, Konsulent, Rechtskonzipient oder Landgerichtsrat und Appellationsgerichtspräsident weisen auf die Rechtspflege im heutigen Sinn hin. Verwalter von Stiftungen und sozialen Einrichtungen (Pfleger) finden sich ebenso wie der Bibliothekar und der Archivar. Schließlich sind die Angehörigen der kirchlichen Verwaltung zu nennen, wobei hier ein gewisser Spielraum in Anspruch genommen wurde, um nicht jeden Angehörigen des höheren Klerus als Kirchenverwaltungsmann zu deklarieren; denn auch ein Bischof ist mit Verwaltungsaufgaben betraut.
r) Waldwirtschaft:
Wer immer als Forstgehilfe oder -meister, als Kreisforstkommissär, als Ober- oder Revierförster sein Brot verdiente, wer als (Ober)-Jäger auf die Pirsch ging, unterfiel dieser Berufssparte.

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13. Beruf/Ehrentitel:
Es wurden alle Berufe aufgenommen, die auf dem Totenzettel verzeichnet sind. Übte jemand mehrere Berufe im Laufe seines Lebens aus und werden diese auf dem Totenzettel genannt, findet man also alle diese Tätigkeiten. Auf den Totenzetteln war bisweilen nicht zu unterscheiden, ob eine Tätigkeit tatsächlich als Beruf ausgeübt wurde oder ob die Bezeichnung ein reiner Ehrentitel war. Kämmerer oder Kammerherrn beispielsweise waren häufig Ehrentitel, es gab aber auch Personen, die mit dieser Bezeichnung am Hofe tätig waren. Aus diesem Grunde wurden Berufsbezeichnungen und Ehrentitel in einer Sparte zusammengefaßt. Auch Ehrenbürger finden sich hier. Frauen waren sehr selten mit eigenen Berufsbezeichnungen vertreten. In vielen Fällen stößt man nur auf den Beruf des verstorbenen Mannes (Kaufmannswitwe) oder man erfährt, daß die Verstorbene die Ehefrau eines einen bestimmten Beruf ausübenden Mannes war. Töchter und Söhne wurden in den Totenzetteln als Abkömmlinge des Vaters definiert.

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14. Geburtsort:
Es wurde grundsätzlich die heutige Schreibweise verwendet (für Jaxthausen: Jagsthausen). Bei manchen Geburtsorten konnte allerdings nicht festgestellt werden, was gemeint war. Entweder war der Ort unzutreffend gedruckt - was gar nicht so selten vorkam - oder er existiert heute nicht mehr wie früher, beispielsweise weil er durch Eingemeindung seine Selbständigkeit verloren hat. Der Ort wurde also in der Weise wiedergegeben, wie er auf dem Totenzettel verzeichnet war. In einigen Fällen wurde in Klammern ein Lösungsvorschlag mit Fragezeichen hinzugefügt. Orte die unter gleichem Namen mehrmals existieren (z. B. Frickenhausen, Goßmannsdorf, Königshofen) wurden so festgehalten, wie sie auf dem jeweiligen Totenzettel stehen (Frickenhausen a. Main, Frickenhausen in der Rhön oder auch nur Frickenhausen).

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15. Sterbeort:
Der Sterbeort wurde ohne Fragezeichen gesetzt, wenn aus dem Totenzettel eine konkrete Adresse des Verstorbenen zu ersehen war, z. B. in Würzburg eine Distriktsbezeichnung mit einer entsprechenden Nummer, eine genaue Straßenadresse oder auch ein Krankenhaus, in dem sich der/die Verstorbene befunden hat. Fehlte eine derartige Angabe, war nur vom Leichenhaus oder vom Sterbehaus die Rede, wurde ein Fragezeichen gesetzt. Das Fragezeichen bedeutet also lediglich, das im Totenzettel keine ausdrückliche Wohnadresse genannt wird. Aus der Kirche, in welcher der Trauergottesdienst gehalten wurde oder auch aus der Ortsangabe auf einer Traueranzeige kann aber geschlossen werden, daß gleichwohl in der Regel der mit Fragezeichen versehene Sterbeort auch der tatsächliche Sterbeort gewesen war. Fehlt aber beispielsweise - aus welchen Gründen auch immer - die Angabe einer Kirche für den Trauergottesdienst, dann ist, wenn keine weiteren Anhaltspunkte vorliegen, auch kein Sterbeort vermerkt. Bei Angehörigen aus dem höheren Klerus, die an mehreren Orten bepfründet waren (z. B. in Comburg, Mainz und Würzburg) unterblieb allerdings die Angabe des Sterbeortes auch dann, wenn eine Kirche für den Trauergottesdienst angegeben war, wenn nicht eindeutig erkennbar wurde, ob am Ort des Trauergottesdienstes auch das Lebensende des Verstorbenen eingetreten war.
Beim Sterbeort finden sich auch Bemerkungen über den Ort der Beerdigung, so beispielsweise dann, wenn er vom Ort des Todeseintritts abweicht oder wenn es aus Klarstellungsgründen veranlaßt war. Auch wenn auf dem Totenzettel überhaupt kein Sterbeort genannt wurde, wohl aber der Ort der Beerdigung, wurde dies festgehalten.

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16. Trauergottesdienst:
Es wurden maximal zwei Kirchen namentlich aufgeführt. Fand der Trauergottesdienst in mehr als zwei Kirchen statt, wird mit dem Ausdruck "...und weitere" darauf hingewiesen. Bei manchen Kirchen, deren Name oder Bezeichnung in verschiedenen Orten vorkommt, beispielsweise "Dom" wurde in der Regel ein klarstellender Ortszusatz angebracht. Die Würzburger Pfarrkirche St. Gertraud im Stadtteil Pleich firmiert unter "Pfarrkirche zu Pleichach (St. Gertraud)", "St. Peter und Paul" unter "St. Peter".

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17. Weitere persönliche Angaben:
Hier ist das Wesentliche aus dem Lebenslauf des/der Verstorbenen in abgekürzter Form zu finden. Von akademischen Graden über diverse Schritte des Privat- und Berufslebens bis zu Jubiläen, häufig mit entsprechenden Daten aufbereitet. Da manche Totenzettel in diesem Zusammenhang eine große Ausführlichkeit pflegen, konnte keine vollständige Übernahme des Berichteten erfolgen. In diesem Fall ist auf den Punkt 19. "Lebenslauf" hinzuweisen. Wurde er mit "ja" versehen, finden sich auf dem Totenzettel weitere Einzelheiten aus dem Leben des Verstorbenen.

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18. Künstlernamen:
Keine Einträge.

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19. Lebenslauf:
Wird er mit "ja" versehen, finden sich auf dem Totenzettel ausführlichere Angaben zum Leben des/der Verstorbenen.

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20. Name 1. Verwandter:
Der oder die nächstgenannte Hinterbliebene wird wiedergegeben, wobei zur technischen Seite das zu Punkt 2 Ausgeführte gilt. Beim Tode unverheirateter Kinder wird vermerkt, ob deren Elternteil (i. d. R. der Vater) bereits vorverstorben war. Wurde eine Frau beispielsweise als "Kaufmannswitwe" bezeichnet, erfolgte die Eintragung des verstorbenen Mannes unter Verzicht auf dessen Vornamen.

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21. Namensformen 1. Verwandter:
Es gilt das zu Punkt 3 Gesagte entsprechend.

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22: Verwandtschaftsgrad 1. Verwandter:
Gemeint ist der Grad der Verwandtschaft, der Schwägerschaft oder das Eheverhältnis des/der unter Punkt 20 Genannten zum Verstorbenen. Folgende Beziehungen wurden vermerkt: Bruder, Ehefrau, Ehemann, erster Ehemann, Großmutter, Mutter, Neffe, Nichte, Onkel, Schwager, Schwester, Schwiegersohn, Sohn, Tante, Tochter und Vater.

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23. Berufssparte 1. Verwandter:
Es gilt das unter Punkt 12 Dargestellte entsprechend. Die Alterssparte Kind fehlt hier allerdings.

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24. Weitere persönliche Angaben des 1. Verwandten:
Verwiesen wird auf Punkt 17, der entsprechend gilt - mit der Maßgabe allerdings, daß ein Hinweis auf den Lebenslauf nicht vorgesehen ist und die Hinweise kürzer sind.

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25. Name 2. Verwandter:
Der/die weiter genannte Hinterbliebene ist festgehalten; im übrigen gilt zur technischen Seite Punkt 2.

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26. Namensformen 2. Verwandter:
Es gilt Punkt 3 entsprechend.

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27. Verwandtschaftsgrad 2. Verwandter:
Gemeint ist der Grad der Verwandtschaft, der Schwägerschaft oder das Eheverhältnis des/der unter Punkt 25 Genannten zum Verstorbenen. Folgende Beziehungen wurden vermerkt: Bruder, Ehefrau, Mutter, Neffe, Nichte, Schwägerin, Schwager, Schwester, Schwiegersohn, Sohn, Tante, Tochter, Vater, Vetter und zweiter Ehemann.

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28. Berufssparte 2. Verwandter:
Es gilt das unter Punkt 12 Gesagte entsprechend. Die Berufs/Alterssparten Dienstleister, Kind, Parlament und Technik/Verkehr kamen nicht vor.

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29. Weitere persönliche Angaben 2. Verwandter:
Es gilt Punkt 24 entsprechend.

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30. Weitere Verwandte:
Waren auf dem Totenzettel weitere Personen als unter Punkt 20 ff. aufgeführt zu finden, wird hier ein "ja" vermerkt. Einsichtnahme in das Original ist dann erforderlich.

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31. Ort der Druckerei:
Er ist oft nicht genannt. Unter den verzeichneten dominiert Würzburg.

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32. Name der Druckerei:
Die Angabe des Druckers auf dem Totenzettel wurde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts üblich. Er wurde in der sprachlichen Form aufgenommen, wie er sich auf dem Totenzettel darstellte. Bei manchen Firmen ergaben sich daher im Laufe der Jahrzehnte Änderungen im Firmennamen, die in der jeweiligen Variante festgehalten wurden. Bei einigen wenigen Ablichtungen von Totenzetteln des Stadtarchivs Würzburg war der Druckerbetrieb nicht mehr erkennbar, weil er außerhalb des Ablichtungsbereichs lag.

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33. Format:
Die Totenzettel wurden vermessen: Höhe vor Breite, in vollen Zentimetern gerundet. Da manche Totenzettel an den Rändern beschnitten wurden, können sich bei Mehrfertigungen unter Umständen unterschiedliche Maße ergeben. Gemessen und verzeichnet wurde das jeweils erste Exemplar. Die Totenzettel des Stadtarchivs Würzburg wurden nicht vermessen, weil nur Ablichtungen im Format DIN A 4 vorlagen, die großenteils nicht den Originalen entsprachen, sondern - in der Regel - verkleinert waren.

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34. Illustrationen:
332 Grafiken insgesamt wurden nummeriert festgehalten, wobei pro Totenzettel eine maximale Anzahl von zwei Stück vermerkt werden konnte. In einigen wenigen Fällen war der Bilderschmuck noch durch ein paar kleinere Motive (in der Regel Totenköpfe) vermehrt; sie wurden nicht berücksichtigt. Natürlich dominieren Kreuze in reichlichen Varianten. Aber nicht wenige Illustrationen waren durchaus anspruchsvoller gestaltet und mit tiefergehendem Symbolgehalt versehen. Es gab Vorlieben für bestimmte Motive, wie sich aus der Häufigkeit ihrer Verwendung zeigt: Im Gegensatz dazu stehen jene Grafiken, die nur einmal vorkamen. Schmuckinitialen wurden nicht verzeichnet. Manche Bordüren waren aufwendig gestaltet oder/und mit Trost spendenden Devisen (siehe oben) versehen. Auch einige Gedichte finden sich auf den Totenzetteln.

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35: Textsprache:
Deutsch wurde nicht eigens vermerkt. Als Besonderheiten: drei Totenzettel in französischer Sprache und 117 in Latein.

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36. Beschädigungen:
Nur die bedeutenderen Schäden wurden festgehalten. Da viele Totenzettel über 1 1/2 Jahrhunderte alt sind, sind geringe Schäden fast selbstverständlich. So sind beispielsweise viele Ränder eingerissen oder zerknittert. Bei den Totenzetteln des Stadtarchivs Würzburg wurden keine Beschädigungen vermerkt, weil nur Ablichtungen vorlagen.

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37. Eigentümer:
Die eingangs genannten drei Eigentümer wurden bei jedem Totenzettel angegeben.

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38. URL des Bildes:
Keine Einträge.

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39. Bildangaben:
Keine Einträge.

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40. sonstige Angaben:
Unter dieser Rubrik stehen Hinweise der verschiedensten Art wie solche auf handschriftliche Vermerke jeglichen Inhalts, auf Anlagen/Beilagen, auf Mehrfachfertigungen oder auf Ablichtungen. Falls die Rückseite des Totenzettels beschrieben war, falls Zweifel an Daten oder Namen auftauchten oder falls auf Vergleichsexemplare zu verweisen war - all das ist hier zu finden. Schließlich wird vermerkt, wenn der Totenzettel einer Zeitung als Beilage entstammt oder von einer religiösen Bruderschaft verfaßt wurde, ob es sich um Gebetbuchbildchen handelt, um Verlautbarungen bischöflicher Dienststellen oder um eine Zeitungsanzeige (mit Erscheinungsdatum und Nummer). Auch Bemerkungen zur Umrahmung des Totenzettels wurden hier niedergelegt.

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